Verschenktes Geld

Wer nicht wechselt, zahlt drauf

Die Strompreise für private Verbraucher und kleinere Gewerbebetriebe sind in den letzten 13 Jahren um fast 100 Prozent angestiegen. Besonders viel bezahlt, wer sich noch nie um einen günstigeren Tarif gekümmert hat und noch in der Grundversorgung des örtlichen Stromanbieters ist. Würden all diese Haushaltskunden den Stromanbieter wechseln, könnten sie zusammen mehr als 7 Milliarden Euro sparen.

Fast die Hälfte der Stromkunden ist noch in der Grundversorgung

Laut Angaben der Bundesnetzagentur sind 39,8 Prozent der Haushaltskunden (private Verbraucher und Gewerbebetriebe mit einem Verbrauch unter 10.000 kWh) noch in der teuren Grundversorgung des örtlichen Anbieters. Das entspricht rund 18 Millionen Abnahmestellen. 43,4 Prozent haben einen anderen Tarif beim Grundversorger abgeschlossen. Diese Tarife sind häufig günstiger, haben aber längere Laufzeiten und Kündigungsfristen. 16,8 Prozent der Haushaltskunden haben den Stromanbieter gewechselt.

Grundversorgung ist der teuerste Stromtarif

Wer zu den Konditionen der Grundversorgung Strom bezieht, zahlt unnötig drauf. Für 4.000 Kilowattstunden werden im Bundesdurchschnitt 1360 Euro fällig. Im günstigsten verfügbaren Tarif (ohne Vorauskasse) kostet die gleiche Strommenge 914 Euro. Durch einen Wechsel lassen sich also durchschnittlich 446 Euro einsparen.

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Strompreise

Das Stichwort Strompreisentwicklung zaubert keinem Verbraucher ein Lächeln auf’s Gesicht. Seit den 70er Jahren steigen die Preise und liegen heute bei bis zu 31 Cent pro Kwh. (Zum Vergleich: In Frankreich, wo die Stromversorgung staatlich geregelt wird, bezahlen Kunden nur rund 11 ct pro Kwh.) Das Liberalisierungsgesetz von 1988 sorgte durch Wettbewerb für eine günstige Entwicklung, doch nur für 2 Jahre. Dann begannen die Marktführer, in "Heuschrecken"-Manier die kleineren Anbieter aufzukaufen, weshalb sich heute vier Großkonzerne den gesamten Markt teilen.

Ein Lichtblick: Das Bundeskartellamt greift ein.


Eine Konsequenz dieser Preisentwicklung stellt das Kartellrecht dar, welches zum 1. Januar 2008 in Kraft trat. Demzufolge darf das Bundeskartellamt korrigierend eingreifen, wenn ein Stromanbieter unbotmäßig hohe Tarife fordert. Doch was ist „unbotmäßig“? Um das zu entscheiden, muss man wissen, wie sich der Strompreis zusammensetzt.

Welche Faktoren beeinflussen die Strompreisentwicklung?


Der Strompreis besteht zu rund 40 % aus Steuern und Abgaben, zu 35% aus Netzkosten sowie den Erzeugungskosten. Steuern und Abgaben sind in den letzten 10 Jahren erheblich gestiegen und werden an den Kunden weitergegeben, zum Beispiel die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 % Anfang 2007 und die Ökosteuer mit 2,05 Cent pro kWh. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das seit dem Jahr 2000 Ökostrom fördern soll, sorgt für weitere Preiserhöhungen. Zentraler Handelsplatz ist die Energiebörse EEX in Leipzig. Hier kaufen Anbieter ihren Strom ein. Dabei entscheiden nicht nur Angebot und Nachfrage über den Preis, sondern auch die Herkunft. Aus dem Ausland importierter Strom kostet heute doppelt so viel wie vor 10 Jahren. Dies bewirkt automatisch Preissteigerungen beim inländischen Handel.

Wie geht es weiter?


Damit Strom bezahlbar bleibt, überprüfen ab 2009 die Bundesnetzagentur und die Landesbehörden die Preispolitik aller Netzbetreiber in Deutschland. Dadurch sollen die Konzerne daran gehindert werden, willkürlich Preise zu erhöhen. Verbraucherschützer sind skeptisch: Immerhin fließen ja 40% des Strompreises in Form von Steuern und Abgaben an den Staat... Wer richtig sparen will, kommt um einen Stromanbieter Vergleich nicht herum. Nur so lassen sich die günstigsten Preise ermitteln.

Prognosen zur Entwicklung der EEG-Umlage 2016
Infografik "Prognosen zur Entwicklung der EEG-Umlage 2016" von Strom-Report.de